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Steuerungsbau

Zwei Schaltschränke aus unserer Planung — dieselben Maße, dieselbe Bestückung, dieselbe Lage jedes Bauteils wie in der Fertigung. Drehen Sie den Schrank, tippen Sie ein Bauteil an, und Sie erfahren, was es tut und warum es dort sitzt.

Schrank in 3D
ziehen zum Drehen · Rad oder zwei Finger zum Zoomen
Montageplatte
Maße in Millimetern · Höhen als laufende Maße ab Blechunterkante · Bauteil antippen

Der Befund

Gemessen

Alle Maße kommen aus den Datenblättern der Hersteller. Die Prüfung läuft über jede Position: liegt sie auf der Platte, überschneidet sie ein anderes Bauteil oder einen Kabelkanal, ist die Reihe breit genug, bleiben die Kühlabstände frei.

Werkzeug

Vom Angebot bis zur Fräse — mit Software aus dem eigenen Haus.

Wir haben uns die Software gebaut, mit der wir planen. Deshalb hängt die Kette zusammen: eine Änderung am Angebot ändert die Stückliste, die Stückliste ändert die Platte, die Platte ändert die Zeichnung. Die 3D-Ansicht oben ist dieselbe, mit der wir arbeiten — kein nachgebautes Bild.

  1. AngebotPositionen mit Artikelnummern aus den Herstellerkatalogen — mit Maßen, nicht nur mit Preisen.
  2. BestückungDie Bauteile wandern auf die Montageplatte. Hutschienen, Kabelkanäle, Kühlabstände.
  3. PrüfungEin Rechenlauf über jede Position: Überschneidung, Reihenbreite, Bautiefe, Freiräume. Eine Messung, keine Meinung.
  4. 2D und 3DDieselben Daten, zwei Ansichten. Genau die, die Sie hier oben drehen.
  5. DXF für die FräseDie Platte geht als Bohrbild in die Fertigung — nicht abgemessen, sondern übernommen.
  6. StromlaufplanBlattweise, mit Strompfadnummerierung und Schriftfeld, vor dem Versand Blatt für Blatt geprüft.
  7. DokumentationRisikobeurteilung, Maschinenhandbuch, Konformitätserklärung. Gehört dazu, nicht als Nachtrag.
  8. AkteAlles bleibt beim Projekt. Auch in fünf Jahren ist nachvollziehbar, warum ein Bauteil dort sitzt.

Die gezeigten Schaltschränke stammen aus abgeschlossenen Planungen unseres Betriebs. Maße, Bestückung und Rechenwerte sind unverändert übernommen; Kundennamen, Angebotsnummern und Preise enthält diese Seite nicht.

Vom Katalogmaß zum fertigen Schrank

Scrollen Sie einmal durch diesen Schrank

Der Schrank dreht sich mit. Jede Station zeigt ein Bauteil und die Überlegung dahinter — alles gerechnet, bevor das erste Blech bestellt war.

01

Erst konstruiert, dann bestellt

Anreihschrank 800 × 1800 × 500 mm, Montageplatte 699 × 1696. Zehn Reihen, zehn Kabelkanäle, vierzehn Bauteile — jedes mit seinem Katalogmaß in Breite, Höhe und Tiefe. Nichts davon ist geschätzt, und nichts davon war Papier: der Schrank stand in unserer eigenen Software, bevor er im Regal stand.

02

Der Frequenzumrichter entscheidet die Schranktiefe

330 × 865 × 322 mm. Geplant war der Schrank mit 400 mm Tiefe. Davon gehen ab: 40 mm Plattenhalter, 30 mm Tür und Rahmen, 3 mm Blech — bleiben 327 mm. Minus Gerät: fünf Millimeter.

Eine Schranktiefe höher sind es 105 mm. Genau dafür rechnet man vorher und nicht beim Zusammenbauen.

03

Die Steuerung braucht Luft

Speicherprogrammierbare Steuerung mit 14 Eingängen und 10 Ausgängen, daneben ein Signalmodul für sechzehn und sechzehn mehr. Ringsum 25 mm frei — das verlangt der Hersteller, und deshalb sitzt diese Reihe höher als die anderen.

04

22,5 Millimeter, an denen alles hängt

Das Sicherheitsrelais überwacht den Not-Halt zweikanalig und fällt verzögert ab: erst Schnellhalt an den Antrieb, dann die Leistung weg. Eine Maschine mit Schwungmasse schaltet man nicht einfach ab — man bremst sie und trennt danach.

05

Der Hauptschalter sitzt auf 1.241 mm

Diese Höhe ist nicht gewählt, sie fällt aus dem Aufbau — und sie muss stimmen: EN 60204-1 verlangt zwischen 0,6 und 1,9 m über dem Fußboden. Weil der Aufbau gerechnet ist, steht die Zahl da, bevor jemand bohrt.

06

Vier Klemmenreihen, jede mit ihrer Aufgabe

Leistung, Steuerspannung, Sensorik, Aktorik — getrennt, beschriftet und mit Reserve. Dazwischen die Kabelkanäle, gezeichnet mit ihrer wirklichen Bauhöhe, damit die Tür hinterher auch zugeht.

07

Und der nächste Schrank

Thyristorsteuerung für vier Heizgruppen: 60-mm-Sammelschienensystem, vier Steller verschraubt auf dem Blech, acht Thermoelemente, Profinet. Anderer Schrank, gleicher Weg.

Planung, Konstruktion, Aufbau, Prüfung und Dokumentation — alles bei uns, mit Software, die wir selbst gebaut haben.

Vom Prozess zur Steuerung: wie wir im Steuerungsbau vorgehen

Am Anfang steht nicht die SPS, sondern der Prozess. Wir nehmen den Ablauf auf, legen Betriebsarten fest, klären Schnittstellen zu vorhandenen Anlagen und bestimmen erst danach Steuerung, Antriebe und Sensorik. Das erspart die teuren Änderungen, die sonst erst bei der Inbetriebnahme auffallen.

Sicherheitstechnik wird parallel geplant, nicht nachgerüstet. Aus der Risikobeurteilung ergeben sich die Sicherheitsfunktionen — Not-Halt, Türzuhaltung, sicher begrenzte Geschwindigkeit, sicherer Halt — und für jede davon das erforderliche Performance Level nach DIN EN ISO 13849-1. Erst danach werden Sicherheitsrelais oder Sicherheits-SPS, Schütze und Rückführkreise ausgewählt und der erreichte PL nachgerechnet.

Bei der Hardware richten wir uns nach dem, was Ihre Instandhaltung beherrscht. Siemens LOGO! für einfache Abläufe, S7-1200 und S7-1500 für Anlagen mit Antrieben und Visualisierung, dazu Frequenzumrichter, Sicherheitsrelais und HMI. Wir programmieren strukturiert und kommentiert auf Deutsch und übergeben das Projekt offen — kein Passwortschutz, der Sie an uns bindet.

Zur Übergabe gehören Stromlaufplan, Klemmen- und Kabelplan, SPS-Programm, Parameterliste der Antriebe, Sicherheitsnachweis und eine Betriebsanleitung. Damit kann Ihre Instandhaltung Störungen selbst finden, statt bei jedem Fehler anrufen zu müssen.

Häufige Fragen

Programmieren Sie auch bestehende Anlagen um?

Ja. Wir lesen die vorhandene Steuerung aus, dokumentieren den Ist-Stand und bauen darauf auf. Wenn die alte Steuerung abgekündigt ist, ist der Umstieg meist Teil eines Retrofits.

Welche Steuerungen setzen Sie ein?

Überwiegend Siemens — LOGO!, S7-1200 und S7-1500 mit TIA Portal, dazu Sicherheits-SPS und HMI. Andere Fabrikate setzen wir ein, wenn Ihre Instandhaltung damit arbeitet oder die Anlage es vorgibt.

Bekomme ich das SPS-Programm mitgeliefert?

Die Übergabe des Programms halten wir im Angebot fest – in der Regel im Quellformat und ohne Know-how-Schutz. Sie sollen die Anlage selbst warten und im Zweifel auch von jemand anderem betreuen lassen können.

Machen Sie auch die Risikobeurteilung?

Ja. Risikobeurteilung, Festlegung der Sicherheitsfunktionen mit Performance Level und der Nachweis nach DIN EN ISO 13849-1 gehören bei uns zum Steuerungsbau dazu.

(c) Elektrotechnik Kühr - Mike Christof Kühr - Negertalstraße 2a, 57462 Olpe