01
Erst konstruiert, dann bestellt
Anreihschrank 800 × 1800 × 500 mm, Montageplatte 699 × 1696. Zehn Reihen,
zehn Kabelkanäle, vierzehn Bauteile — jedes mit seinem Katalogmaß in Breite,
Höhe und Tiefe. Nichts davon ist geschätzt, und nichts davon war Papier:
der Schrank stand in unserer eigenen Software, bevor er im Regal stand.
02
Der Frequenzumrichter entscheidet die Schranktiefe
330 × 865 × 322 mm. Geplant war der Schrank mit 400 mm Tiefe.
Davon gehen ab: 40 mm Plattenhalter, 30 mm Tür und Rahmen, 3 mm Blech —
bleiben 327 mm. Minus Gerät: fünf Millimeter.
Eine Schranktiefe höher sind es 105 mm. Genau dafür rechnet
man vorher und nicht beim Zusammenbauen.
03
Die Steuerung braucht Luft
Speicherprogrammierbare Steuerung mit 14 Eingängen und 10 Ausgängen, daneben
ein Signalmodul für sechzehn und sechzehn mehr. Ringsum 25 mm frei — das
verlangt der Hersteller, und deshalb sitzt diese Reihe höher als die anderen.
04
22,5 Millimeter, an denen alles hängt
Das Sicherheitsrelais überwacht den Not-Halt zweikanalig und fällt verzögert
ab: erst Schnellhalt an den Antrieb, dann die Leistung weg. Eine Maschine mit
Schwungmasse schaltet man nicht einfach ab — man bremst sie und trennt danach.
05
Der Hauptschalter sitzt auf 1.241 mm
Diese Höhe ist nicht gewählt, sie fällt aus dem Aufbau — und sie muss stimmen:
EN 60204-1 verlangt zwischen 0,6 und 1,9 m über dem Fußboden. Weil der Aufbau
gerechnet ist, steht die Zahl da, bevor jemand bohrt.
06
Vier Klemmenreihen, jede mit ihrer Aufgabe
Leistung, Steuerspannung, Sensorik, Aktorik — getrennt, beschriftet und mit
Reserve. Dazwischen die Kabelkanäle, gezeichnet mit ihrer wirklichen Bauhöhe,
damit die Tür hinterher auch zugeht.
07
Und der nächste Schrank
Thyristorsteuerung für vier Heizgruppen: 60-mm-Sammelschienensystem,
vier Steller verschraubt auf dem Blech, acht Thermoelemente, Profinet.
Anderer Schrank, gleicher Weg.
Planung, Konstruktion, Aufbau, Prüfung und Dokumentation —
alles bei uns, mit Software, die wir selbst gebaut haben.